Macht Sport wirklich glücklich?

Die Frage, was glücklich macht, ist für viele Menschen eine sehr wichtige Frage. Oft hört man auch die Aussage, dass Sport glücklich macht. Begriffe wie das Runner’s High spiegeln ein mögliches Glückserleben im Sport wider. Aber gibt es für diese Aussage eine wissenschaftliche Evidenz?

Ziel der hier präsentierten Übersichtsarbeit war es, diese Frage zu beantworten und den Einfluss sportiver Interventionen auf ein eher überdauerndes Glücksempfinden systematisch zusammenzufassen. Bei einer Literaturrecherche wurden insgesamt 1099 Arbeiten zum Thema identifiziert. Nach Anwendung der Einschlusskriterien (abhängige Variable musste das Konzept happiness beinhalten, es musste eine sportliche Intervention und eine Kontrollgruppe vorhanden sein), verblieben nur acht Arbeiten. Dabei hat sich gezeigt, dass diese Arbeiten hinsichtlich der Stichprobe, der Art der Intervention, des Alters und der Verteilung der Geschlechter sehr verschieden waren. Bei der Kontrollgruppe handelte es sich bei allen Studien um eine Wartekontrollgruppe. Die Ergebnisse zeigen, dass in sechs der acht Studien ein positiver Effekt einer sportlichen Intervention auf das Glücksempfinden nachgewiesen werden konnte. Dies macht deutlich, dass die allgemeine Annahme, dass Sport glücklich macht, wissenschaftlich differenziert betrachtet werden muss. Es gibt einige Studien, die zwar einen Zusammenhang verdeutlichen, aber keinen Kausalschluss zulassen. Zudem muss das zugrundeliegende Konzept des Glücksbegriffes betrachtet werden. So gibt es viele verschiedenartige Definitionen von Glück.

Wissenschaftlich gesehen müssen weitere hypothesengeleitete Studien folgen, die den Effekt einer sportiven Intervention auf das Glücksempfinden näher untersuchen.

Literatur:

Jansen, P., & Hoja, S. (2018). Macht Sport wirklich glücklich? Ein systematisches review. Zeitschrift für Sportpsychologie, 25, 21-32.