Ein kleiner Trick hilft!

Choking under pressure und das Phänomen der Linken-Hand-Kontraktion

Beckmann, Gröpel und Ehrlenspiel (2013) untersuchten, ob sich durch die Aktivierung der rechten Hemisphäre das „Versagen unter Druck“-Phänomen reduzieren lässt. Zum einen ist die Aktivierung der oberen Extremitäten mit der Aktivierung der entgegengesetzten Gehirnhälfte verbunden, zum anderen geht man davon aus, dass eine stärkere linkshemisphärische Inhibition und eine höhere rechtshemisphärische Aktivierung mit einer besseren Leistung verbunden ist. Die Autoren nahmen an, dass durch eine motorische Aktivierung der linken Arme die rechte Gehirnhälfte stimuliert und damit das „choking under pressure“ reduziert wird. In ihrem ersten Experiment nahmen 29 gute Fußballspieler an einem Torwandschießen mit jeweils 6 Schüssen teil. In einem Prätest hat man ihre Händigkeit und ihre Wettkampfangst ohne Druck gemessen. Am nächsten Tag wurden die Spieler wieder in ein Studio gerufen und die Aufgaben wurden unter Druck ausgeführt. Der Druck wurde dadurch initiiert, dass die Spieler in zwei in einem Wettkampf stehenden Gruppen unterteilt wurden und die Schüsse vor einem großen Publikum durchgeführt wurden. Bevor der jeweilige Spieler seinen Schuss durchführte, drückte er entweder mit der rechten oder der linken Hand für 30 Sekunden einen Softball. Das wichtigste Ergebnis hinsichtlich der Aufgabenausführung war, dass die Gruppe der Spieler, die mit der rechten Hand den Ball drückten, ihre Leistung unter Druck signifikant zu der ersten Messung verschlechterten im Vergleich zu der Gruppe, die den Ball mit der linken Hand drückten und damit die rechte Gehirnhälfte aktivierten.

 

Literatur:

Beckmann, J., Gröpel, P., & Ehrlenspiel, F. (2013). Preventing motor skill failure through hemisphere-specific priming: cases from choking under pressure. Journal of Experimental Psychology: General, 142, 670-691. doi: 10.1037/a0029852